Tom Kirmes, Alexa Wenn: Das Gesetz der Angst

© 2013 Last Lyric Systems

COVER:

Wann wart Ihr zuletzt in Urlaub? Wo? Und wie?

Wie seid Ihr zurückgekehrt? Entspannt und erholt? Unversehrt und unverletzt?

Andere haben nicht so viel Glück.

Anna, Eva und Sophie sowie Chris, Frank und Steven sind zusammen in Ferien. In Europa. Sie erleben wenig Schönes und viel Schreckliches. Und sie werden vielleicht nicht wieder nach Hause zurückkehren.

Warum? Weil sie bei ihrer Reise anderen Leuten begegnen. Weil sie auf die falschen Leute treffen. Denn auf einmal werden sie von mehreren Leuten beschimpft und bedroht. Dabei haben sie zum ersten Mal Angst.

Später werden sie verfolgt und getrennt. Zwei von ihnen werden verschleppt und eingesperrt. Die anderen suchen verzweifelt nach den beiden. Danach haben sie alle immer mehr Angst.

Viel später werden sie nicht nur bedroht, sondern gezielt bestraft. Einige von ihnen werden verletzt. Teilweise schwer verletzt. Oder mehr. Von da an müssen sie Angst um ihr Leben haben.

Wenn Ihr zurzeit in Ferien seid, lest diese Geschichte besser danach.

Wenn Ihr demnächst in Urlaub wollt, lest diese Geschichte besser davor.

Das Gesetz der Angst – böse, teilweise auch brutal, aber immer unheimlich spannend.

REZENSION:

Das Autorenduo Kirmes/Wenn veröffentlichte mit „Das Gesetz der Angst“ einen etwa 520 Seiten starken Roman, der laut Coverbeschreibung und insbesondere dem Titel böse, brutal und durchweg spannend zu sein scheint. Die Idee der Geschichte entspricht dabei in etwa dem Inhalt vieler Horrorergüsse des Buch- als auch Filmwesens: Unbedarfte Personen treffen auf Psychopathen und werden von denen in irgendeiner At und Weise bedroht, bestraft, missbraucht, gefoltert, etc.

Nachdem es sich hierbei also um eine doch recht oft vorhandene Idee handelt, ist man beinahe geneigt, den Genuss des Buches zu verweigern – nichts desto trotz ist man gespannt darauf, ob neue Autoren dem Thema neue und innovative Ideen entlocken können. Darüber hinaus freue ich mich immer, wenn neue Autoren von sich aufmerksam machen wollen.

Somit war es natürlich selbstverständlich von mir, mich diesem Werk zu widmen.

Trotz dem persönlichen Bonus, den aufstrebende Autoren immer bei mir haben, musste ich das Buch nach etwa 130 Seiten unbeendet zur Seite legen. Die Hintergründe dafür sind vielfältiger Natur:

Zum einen würde dem Buch ein professionelles Lektorat oder eine wohlwollende Überarbeitung der Autoren nicht schaden, da doch ein wenig zu viele Fehler grammatikalischer Art darin aufgeführt sind. Sehr oft gibt es Leseholprigkeiten, wenn man statt „wollen“ das kleine Wort „will“ im Satz lesen muss. Darüber hinaus gibt es einige Sätze wie zum Beispiel „Sowohl Steven als auch Chris <span style=“text-decoration: underline;“>hört</span> aufmerksam zu“.

Diese Problematik ist ein wenig zu oft vorhanden, wodurch man als Leser irgendwann nicht mehr geflissentlich darüber hinweglesen kann. Nichts desto trotz wollte ich weiterhin dem Buch seine Chance geben und sah mal darüber hinweg.

Ein weiterer Mangel ist jedoch eine verwendete Spielart, die auch von Meistern wie zum Beispiel Stephen King gerne verwendet wird: Der kurze Hinweis am Ende eines Kapitels, welcher zum Spannungsaufbau verwendet wird.

Im Gegensatz zu Stephen King, der diese Art der „Vorinformation“ nur gezielt einsetzt (Beispiel eines letzten Satzes von King: „…hat noch 30 Sekunden zu leben.“), verwendet das Autorenduo solche ähnlichen, auf kommende Dramatik hinweisende Aussagen an beinahe jedem Kapitelende. Dies allein wäre noch nicht sehr problematisch, würde man nicht ewig auf das daraus resultierende Ergebnis dieser Hinweise warten.

Dieser Spannungsaufbau funktioniert meiner Meinung nach ausschließlich als Cliffhanger bis zu einem nahe liegenden Kapitel. Wenn ich hierbei erneut den Gruselkönig verwenden darf: Sobald dieser ein Kapitel dermaßen beendet, kann man sicher sein, dass am Ende des übernächsten Kapitels etwas Dramatisches eintrifft. Im vorliegenden Buch vermisst man dies jedoch leider und es kommt trotz dieser „jetzt-wird-es-gleich-spannend-Hinweise“ leider die ganze Zeit keine wirkliche Spannung auf.

Bei einem Werk über 500 Seiten darf man den Leser nicht bereits in den ersten einhundert verlieren, da die meisten Bücherwürmer, die ich kenne, ihren Büchern lediglich etwa 50 bis 100 Seiten geben und dann entweder gefesselt sind oder eben den persönlichen Fokus auf ein anderes Werk legen und somit ein nicht fesselndes Werk keine weitere Beachtung mehr finden wird.

Kurz gesagt: Alles in allem wurde ich von dieser Geschichte enttäuscht und musste es leider abbrechen. Nichts desto trotz ist die Idee prinzipiell ganz gut und somit wäre es sinnvoll, wenn sich jemand diesem Buch noch einmal annimmt und es zugunsten des flüssigen, fehlerfreien Lesens überarbeitet und dabei auch gleich noch im ersten Viertel des Buches geschickt eingebaute Spannungselemente mit hinzufügt, damit der Leser zum Umblättern gezwungen wird.

Jürgen Seibold/15.01.2015

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