Tobias O. Meißner: Das Paradies der Schwerter

Piper Verlag GmbH, München – Januar 2006

Ungekürzte Taschenbuchausgabe / ca. 362 Seiten / 9,95 €

c 2004 Eichborn AG, Frankfurt am Main

COVER:

In einer fernen bizarren Welt ziehen sechzehn Männer einem Turnier entgegen: Es geht um Ehre, aber nur für einen von ihnen. Es geht um Geld, aber nicht um viel. Bedeutsam ist nur das Leben – oder der Tod. Einige nehmen aus Abenteuerlust an dem Duell teil, andere aus Lebensüberdruß, aus Verzweiflung oder Not. Schicksale kreuzen sich mit scharfer Klinge vor den Augen sensationsgieriger Zuschauer, und allmählich geraten alle in den Bann des blutrünstigen Schauspiels. Doch am Ende wird nur einer den Sieg davontragen – oder gar keiner?

Mit “Das Paradies der Schwerter” legt der junge Berliner Autor Tobias O. Meißner einen verstörenden Roman vor, der schnell ist wie ein Degenstreich und brutal wie ein Axthieb.

Tobias O. Meißner, geboren 1967, studierte Kommunikations- und Theaterwissenschaften. Er verdiente seinen Lebensunterhalt als Fabrikarbeiter, nun arbeitet er als freiberuflicher Schriftsteller. Die Romane “Starfish Rules”, “Neverwake”, “Hiobs Spiel” und “Das Paradies der Schwerter” wurden von der Kritik hochgelobt. 2005 begann er seinen neuen großen Fantasy-Zyklus “Im Zeichen des Mammuts” mit dem Band “Die dunkle Quelle”. Der Autor lebt in Berlin.

REZENSION:

Mit “Das Paradies der Schwerter” erreichte mich ein Fantasyroman, der eigentlich keinem klassischem Typus des Fantasygenres entspricht.

Im Prinzip baut Tobias Meißner einen Episodenroman auf, in dem sich 16 unterschiedliche Personen aus den unterschiedlichsten Gründen auf den Weg zu einem Turnier auf Leben und Tod machen.

Tobias Meißner stellt dem Leser jeden einzelnen Protagonisten sehr detailliert mit allen seinen Stärken und Schwächen vor. Nebenbei sorgt er dafür, dass jeder Leser seinen eigenen Favoriten in diesen zukünftigen Turnierteilnehmern findet. Im späteren Teil seiner Geschichte lässt er geschickt den Leser an der Turnierauslosung teilhaben und man ist beinahe gewillt, einem Buchmacher sein Geld zu geben, um auf einen Kämpfer zu setzen.

Im Laufe des Buches stellt sich immer mehr heraus, wie Träume zerplatzen, vermeintliche Sieger demontiert werden und wie unsinnig eigentlich solche Turniere sein können.

Dies alles in einer unnachahmlichen Art und Weise, sowie einer meisterhaft dargestellten und lebendigen Sprache.

Es kommt sehr selten vor, dass man als Leser so in den Sog einer Geschichte hineingezogen wird, wie in diesem Fall. Somit bleibt bei diesem Buch ein einziger Wermutstropfen übrig: Die Geschichte ist irgendwann zu Ende und man muss das Buch zuklappen.

Fazit:

Auf der Rückseite des Buches steht ein beinahe typischer Werbespruch: “Ein Kultbuch der neuen Generation”. Sehr oft sind solche Sätze nichts weiter als Kaufanreize und werden ihrem Inhalt in keinster Weise gerecht. Bei “Das Paradies der Schwerter” sei nur soviel gesagt: Noch nie hat ein solcher Satz in seiner Kürze so untertreiben können! Schlicht klasse!

Jürgen Seibold/25.03.06

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