Matthew Gregory Lewis / E.T.A Hoffmann: Der Mönch / Die Elixiere des Teufels

Matthew Gregory Lewis: Der Mönch

Originaltitel: The Monk

Anonyme Übersetzung aus dem Jahr 1799

E.T.A. Hoffmann: Die Elixiere des Teufels

C by Area Verlag GmbH, Erftstadt

COVER:

Die zwei virtuosesten Romane der Weltliteratur um menschliche Triebe und den Bund mit dem Teufel sind auf besondere Weise miteinander verknüpft:

Matthew Gregory Lewis’ Roman “Der Mönch” wird in E.T.A. Hoffmanns Werk “Die Elixiere des Teufels” von der weiblichen Hauptfigur Aurelia gelesen. Lewis’ Roman gilt als richtungsweisend für die Gothic Novel. In “Die Elixiere des Teufels” zieht Hoffmann alle Register mit psychologischer Meisterschaft: von der Wiederkehr der Toten über das Auftauchen eines Doppelgängers bis hin zum Geschlechterfluch. Nicht umsonst gelten Lewis und Hoffmann als unerreichte Altmeister der Gruselliteratur.

REZENSION:

Der Mönch

Lewis‘ Buch „Der Mönch“ ist ein sehr alter Klassiker des Schauerromans. Die vorliegende Übersetzung von 1799 sorgt für den ursprünglichen Schreibstil dieser Zeit. Das ist auch die einzige Schwierigkeit dieser Gothic-Novel – die Art der Sprache hat sich doch mittlerweile erheblich gewandelt. Dies soll jedoch den Reiz des Buches nicht schmälern, da Lewis hiermit einen gruseligen Schauerroman geschrieben hat, der nichts zu wünschen übrig lässt. Er schafft es vielmehr, sämtliche verschiedenen Arten in einem Roman zu verknüpfen. Es erscheinen Geister (meines Wissens handelt es sich bei der „weißen Frau“ um eine wirkliche vorhandene Sage), Gestorbene helfen aus dem Jenseits und der Teufel mit seinen Dämonen spielt ebenfalls eine Rolle. Dies alles ergibt sich in erster Linie durch die noch heute oft vorhandene Problematik der sexuellen Enthaltsamkeit innerhalb von Klostermauern und deren negativen Auswüchse, wenn jemand aus diesen Lustzwängen unerlaubter Weise heraus brechen möchte und sich die Befriedigung zur Not mit Gewalt einfordern will.

Somit bietet dieser Roman sämtliche Facetten eines klassischen Gruselstoffes und dürfte in keiner echten Sammlung der Gänsehaut liebenden Leser fehlen.

Die Elixiere des Teufels

Mit diesem Werk hatte ich so meine Probleme. Ich ging ursprünglich durch meine bisherigen Informationen davon aus, daß es sich bei den Elixieren des Teufels um einen Klassiker des Schauerromans handelt. Demzufolge war ich anfangs sehr euphorisch, da ich „alte“ Gruselromane unwahrscheinlich gern habe – bei denen gibt es fast immer (siehe „Der Mönch“) einen schönen, dezenten Schauer mit Gänsehauteffekt.

E.T.A. Hoffmann’s „Die Elixiere des Teufels“ haben mich jedoch in diesem Bereich sehr enttäuscht. Sicherlich handelt es sich um einen Klassiker der Weltliteratur mit einer recht interessanten Geschichte über einen Mönch, seinen Sünden, der Buße und dem Weg zurück ins Kloster und ich möchte dies auch nicht absprechen, trotzdem kann es als Gruselroman nicht überzeugen. Die Geschichte geht, sprachlich einwandfrei, nur so dahin und schließt sich auch erst am Ende des Buches. Dies ist grundsätzlich nicht negativ, in diesem Buch muss man sich jedoch durch den ganzen Mittelteil schleppen, wenn nicht sogar quälen. Durch die „antiquierte“ Sprache ist man sowieso sehr auf die Geschichte konzentriert – es kam aber trotzdem leider kein bißchen des oben angesprochenen gruseligen Effektes vor und somit war es für mich mit meiner Erwartungshaltung und dem was man darüber immer so liest nicht das geeignete Buch in diesem Bereich.

Positiv war die Verknüpfung mit einem gänzlichen fremden Werk – nämlich dem oben beschriebenem Werk „Der Mönch“ und dadurch war die Zusammenstellung des Verlages auch sinnig und sehr überzeugend.

Das Buch in dieser Verlagsausgabe überzeugt trotzdem, da die Aufmachung sehr schön ist und der doch recht günstige Preis alleine schon für „Der Mönch“ gerechtfertigt ist.

Wer sich dann noch mit einem echten Klassiker der Literatur auseinandersetzen will, kann ja nach gruseligem Lesen des Mönches bei den Elixieren des Teufels weitermachen.

Jürgen Seibold/05.07.04

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