John Moore: Blödprinz Charlie

Originaltitel: Bad Prince Charlie

Übersetzung: Birgit Reß-Bohusch

Deutsche Erstausgabe

September 2006

c 2006 John Moore

c der deutschsprachigen Ausgabe: 2006 Piper Verlag GmbH, München

ca. 364 Seiten / 8,95 €

COVER:

Als der König des Reichs Damask stirbt, begibt sich der Hofstaat auf die fieberhafte Suche nach einem Nachfolger. Leider kommt nur einer in Frage: der junge, unbedarfte Charlie, genannt “Blödprinz”. Charlies intrigante Onkel ersinnen einen hinterlistigen Plan. Mit Tyrannei und harter Hand soll Charlie das Land nach ihrem Willen zu Grunde richten. Der Blödprinz geht auf den Plan ein, erhofft er sich dadurch doch Chancen bei der verführerischen Catherine. Doch als Charlies Hofzauberer mit einer magischen Massenvernichtungswaffe türmt und Damask immer tiefer ins Chaos stürzt, kommt alles plötzlich ganz anders…

Niemand ersinnt so treffsichere Pointen und aberwitzige Verwicklungen wie John Moore, der bereits als der würdige Nachfolger Terry Pratchetts gehandelt wird.

John Moore, geboren 1959, ist diplomierter Chemiker und arbeitete als Ölförderer und LKW-Fahrer in Texas, bevor er sich dem Schreiben widmete. Seit dem großen Erfolg seiner Romane “Hauen und Stechen” und “Handbuch für Helden” zählt er zu den erfolgreichsten humorvollen Phantastik-Autoren neben Terry Pratchett und A. Lee Martinez. John Moore hat weder Kinder noch Haustiere und lebt als verantwortungsloser, verschwenderischer Single in Houston, Texas.

REZENSION:

Die Bücher von John Moore sind durchweg ähnlich den Büchern des famosen Terry Pratchett aufgemacht. Es fehlt auch niemals der Hinweis, dass Moore für alle Pratchett Fans geeignet ist. Dies wird sehr oft als Vergleich zu Pratchetts Werken gesehen, doch sollte man hierbei einfach ein Auge zudrücken. John Moore ist einfach kein zweiter Terry Pratchett – nichts desto trotz schafft er es durchweg als eine Alternative zu überzeugen und dies sollte man ihm auch hoch ankreiden. John Moore ist kein Nachmacher, sondern schafft es vielmehr, eine eigenständige Persönlichkeit in diesem Genre der humorvollen Fantasy zu sein.

Im vorliegenden Buch spielt er (wohl selbst um dies humorvoll zu bewerten) manchmal mit den ach so berühmten Fussnoten, was für alle Pratchett-Fans ein kleiner Seitenhieb ist, der nicht böse gemeint ist und beim Leser zu einem dezenten Schmunzeln führt.

Dies trifft auch auf die gesamte Geschichte zu: Moore ist nicht ganz so überdreht wie Pratchett – sorgt aber durch seine ihm eigene Art trotzdem zu einer Lektüre, die dem Leser durchweg ein Lächeln auf die Lippen zaubert.

In Blödprinz Charlie merkt man auch, dass sich langsam die Routine breit macht und John Moore mehr und mehr die Finessen des Humors erkannt hat. Im Gegensatz zu seinem letzten Buch ist Blödprinz Charlie humorvoller und dabei doch tiefgründiger geworden.

Somit ist John Moore und insbesondere auch Blödprinz Charlie sehr zu empfehlen und lässt auf die weiteren literarischen Ergüsse des Autors sehr hoffen: Es gibt noch ein Leben neben Pratchett…

Jürgen Seibold/03.11.2008

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